Leseprobe

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Kleine Anekdote am Busbahnhof
Es sollte eine Reise mit Leihwagen werden, aber ohne Kreditkarte läuft da in den Staaten gar nichts! Alternative: Dauerticket für den „Greyhound“!
Vorteil: Bei den  hierzulande herrschenden, recht strengen Geschwindigkeitsbeschränkungen kommt man schneller ans Ziel. Die Busse sind nie voll und man kommt mit Leuten ins Gespräch. Bei Fahrten über Nacht spart man sich sogar noch die Motel – Kosten. Wenn man dann aber wieder in einem Bett schlafen möchte erntet man schon mal irritierte Blicke der Hoteliers, ob der Ermangelung des obligatorischen Automobils.
Nachteil: Die Mittagspausen finden grundsätzlich auf den Parkplätzen vor den riesigen Supermärkten statt: „At a nice Little Mc. Donald´s / Wimpys / Burger King etc. Restaurant. Man lernt, Junk Food zu hassen!
 Mit einem Leihwagen wäre mir auch das folgende denkwürdige Erlebnis entgangen:
Die Busbahnhöfe in den Staaten sind etwas anders konzipiert, als man es aus Europa kennt. Man verlässt den Wartebereich durch ein Gate, wie es auch auf Flughäfen üblich ist, nach Aufruf der Reise. Das ist auch diesmal so, allerdings geht es nicht sofort los, der Motor läuft, alle Passagiere sind an Bord, aber der Fahrer scheint auf etwas zu warten, auf was sollen wir sofort erfahren: Zwei Sheriff Wagen fahren vor, wie man Sie aus diversen Filmen kennt, so mit Stern auf der Türe und diesen Vorfeldbeleuchtungen auf dem Dach. Mit quietschenden Reifen kommen die Wagen vor dem Bus zum stehen, aus dem Ersten springen zwei Deputies mit gezückten, großkalibrigen Waffen. Aus dem Zweiten zwängt sich ein etwas übergewichtiger Sheriff, öffnet den hinteren Verschlag und heraus kommt, von den beiden Hilfssheriffs argwöhnisch bewacht, ein Mann, gefesselt mit Hand- und Fußschellen, welche mittels einer Kette verbunden sind. Eindeutig ein schwerer Junge. Der Delinquent wird zum Bus geführt – dauert seine Zeit, die Fußfesseln hindern Ihn am zügigen gehen. Er klettert, mit Mühe, die drei Stufen ins Fahrgastabteil, immer noch im Angesicht der auf Ihn angelegten Waffen. Der Oberpolizist schließt die Fesselung auf, der arme Tropf nimmt Platz, das Bewachungskommando besteigt seine Fahrzeuge und entschwindet. Wir fahren ab.
Versteh´ einer die Amis. Wir schreiben das Jahr 1992, Bill Clinton ist soeben zum neuen Präsidenten der USA gewählt.
    
Wo wir gerade bei Anekdoten sind: Annaheim, Kalifornien, Heimat der Disney World. Ich bin gerade angekommen und habe ein Zimmer in einem Motel bezogen, Hunger macht sich breit, ich betrete ein Restaurant, kein Fast Food, richtiges Essen! Gähnende Leere empfängt mich, ich suche mir einen Platz am Fenster, das Rauchen ist erlaubt, ich drehe mir also eine Zigarette und harre der Dinge, die da kommen sollen.
Eine Kellnerin kommt an meinen Tisch, empörte Mine, wer mich denn an diesen Tisch gebracht hätte möchte Sie wissen. Niemand antworte ich wahrheitsgemäß, es war bis eben ja auch niemand im Lokal. Ob ich denn das Schild am Eingang nicht bemerkt hätte möchte die Dame wissen: „Wait, you will be seated“ stünde da. Doch, doch, habe ich gelesen, aber da der Raum so leer ist und außerdem niemand hinter dem Schild auf mich gewartet hat habe ich mir die Freiheit genommen, mir Höchstselbst einen Platz zuzuweisen, gestehe ich kleinmütig. Ich muss der Kellnerin folgen, eine nette Platzanweiserin steht parat, eben war Sie noch nicht da, nun erfüllt Sie Ihren Job:
„Wo möchten Sie gerne sitzen?“
 „Am liebsten da, wo meine Zigarette vor sich hinqualmt!“ „Selbstverständlich, nehmen Sie bitte Platz“
„Danke.“
Noch Fragen?
 
Amerikanische Kochrezepte gibt es wahrscheinlich, das einzige, was man auf einer reinen Bustour kennen lernt ist  frecherweise nach einer deutschen Hansestadt benannt. Rezept für Junk Food Fans:
Zutaten pro Portion:
1 amerikanisches Brötchen (Weich, geschmacklos)
1 UFO (Unidentifizierbares Fleischähnliches Objekt)
1 Scheibe grellorangen  Käse, Geschmacksrichtung: Künstlich
1 Salatblatt, Zwiebelscheiben, Gurkenscheiben
Verschiedenfarbige amerikanische Soßen.(Meine Geschmacksknospen sind evolutionsbedingt leider nicht in der Lage, die feinen Unterschiede festzustellen)
Zubereitung:
Das Brötchen leicht antoasten, damit man es leichter vom Pappteller unterscheiden kann und das Fett nicht auf die Kleidung tropft, den Fleischklops auf einem Grillrost anbraten, je nach Geschmack, von halb roh bis schwarz, sofort Fett-triefend auf die untere Hälfte des Brötchens legen, mit dem Käse und der Gemüsebeilage bedecken, anschließend das Ganze in den Soßen ertränken und mit der verbliebenen Hälfte des Gebäcks bedecken. Um das Gericht stilgerecht zu verzehren muss man Es so lange in Papier eingewickelt lagern, bis Alles schön lauwarm und labberig ist. Dazu passen Pommes Frites, oder „French Fries“, wie man sie in den Staaten nennt und  diese braune Zuckerbrause, vorzugsweise die „Light“ Version, man muss ja auf die Kalorien achten!
Am meisten ärgern mich dabei die völlig überzogenen Preise, man braucht eine ganze Menge, um satt zu werden.
 
  
 

 

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